Effiziente Softwareentwicklung

Modellgetriebene Methoden erlauben eine effizientere Softwareentwicklung, wenn ein Großteil des Quellcodes aus abstrakteren Modellen automatisch generiert wird. Die Methoden eignen sich besonders bei ähnlichen Produkten mit jeweils individuellen Anteilen, z.B. im Maschinen- und Anlagenbau: Wissen über den typischen Aufbau der Produkte und zuvor erstellte Software werden geschickt genutzt, um den schematisch immer gleichen Softwareanteil automatisch zu erzeugen. Der individuelle Teil wird manuell ergänzt.

Die Firma G. Kraft Maschinenbau GmbH verfolgt in der Entwicklung von neuen Anlagen bereits erfolgreich den modellgetriebenen Ansatz. So kann die Software für eine neue Anlage größtenteils konfiguriert und anschließend automatisch generiert werden. Auf diese Art und Weise wurde der manuelle Entwicklungsaufwand um 80% reduziert.
Neben der gesteigerten Effizienz bei der Erstellung des Anlagencodes wird auch die Softwarequalität gesteigert
Durch die Wiederverwendung immer wieder auftretender Softwarebausteine werden diese häufig verwendet; dadurch werden Fehler schnell gefunden und behoben, was zu ausgereiften und gut getesteten Standardbausteinen führt. Des Weiteren passieren bei der automatischen Generierung keine
Flüchtigkeitsfehler, wie sie häufig bei manuellen Kopier- und Anpassvorgängen geschehen. Aktuell arbeitet das Fraunhofer IEM in einem gemeinsamen Transferprojekt daran, den Prozentsatz des automatisch generierten Codes weiter zu erhöhen. Dazu wurde für G. Kraft eine domänenspezifische Sprache entwickelt, welche es erlaubt, auch Abläufe (Schrittketten) mittels eines grafischen Editors zu modellieren und anschließend automatisch mit einem Codegenerator den Steuerungscode zu generieren.
Zukünftig ist G. Kraft daran interessiert, auch Steuerungstechnik verschiedener weiterer Hersteller zu unterstützen: Dies bedeutet für G. Kraft, dass weitere Codegeneratoren einmalig entwickelt werden müssen. Die abstrakten Modelle der Anlagen und die domänenspezifische Sprache können weiter genutzt werden - ein weiterer Vorteil der modellgetriebenen Entwicklung.

 

aus Jahresbericht 2016 des Fraunhofer-Instituts für Entwurfstechnik Mechatronik IEM